
Fallbeispiel Projekt ZEIT

Alle Übungen basieren auf demselben Fallbeispiel (Projekt ZEIT) – Unterschiede werden direkt spürbar, nicht nur theoretisch erklärt.
Jede Übung endet mit strukturierter Reflexion: „Was hat sich anders angefühlt?"
Die bestehenden Gruppen bewusst aktivieren: Unterschiedliche Erfahrungshintergründe werden zur Ressource – Anfänger stellen Fragen, Erfahrene erklären und reflektieren dadurch selbst.
Das klassische Projektmanagement, oft als Wasserfallmodell bezeichnet, verläuft in sequenziellen Phasen. Jede Phase muss abgeschlossen sein, bevor die nächste beginnen kann.
Dieser Ansatz legt Wert auf eine detaillierte Planung und Dokumentation im Voraus. Änderungen sind im späteren Verlauf des Projekts aufwendig, daher ist eine umfassende Vorbereitung entscheidend für den Erfolg.
Der agile Ansatz, insbesondere Scrum, setzt auf iterative Zyklen, genannt Sprints, und kontinuierliche Anpassung. Im Mittelpunkt stehen das Product Backlog als dynamische Prioritätenliste und das Sprint Planning, das die Arbeit für jeden Zyklus festlegt.
Aufgaben für den Sprint aus dem Produktbacklog auswählen und planen
Arbeitspakete im Sprint umsetzen (Daily Scrum)
Qualität prüfen, Definition of Done sicherstellen
Inkrement bereitstellen und deployen
Inkrement demonstrieren, Feedback von Stakeholdern einholen
Im Team über Verbesserungen nachdenken
Diese Vorgehensweise fördert Flexibilität, schnelle Lieferungen von funktionsfähigen Inkrementen und die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden. Änderungen sind willkommen und können nach jedem Sprint in die Planung einfliessen.
Im traditionellen Projektmanagement sind Rollen und Hierarchien klar definiert, um eine strukturierte und nachvollziehbare Projektabwicklung zu gewährleisten.
Die zentrale Figur, verantwortlich für die Gesamtplanung, Koordination und Überwachung. Stellt sicher, dass das Projekt im Zeit- und Kostenrahmen sowie mit der erforderlichen Qualität abgeschlossen wird, bzw holt sich die Zustimmung des Auftraggebers, wenn es Änderungen gibt.
Der Initiator und Hauptfinanzier des Projekts. Definiert die Business-Anforderungen, stellt Ressourcen bereit und trifft wichtige Entscheidungen. Nimmt die Projektergebnisse ab und entlastet den PL oder auch nicht.
Fachkräfte, die die eigentliche Arbeit leisten. Sie setzen die geplanten Aufgaben um, berichten über Fortschritte und Herausforderungen an den Projektleiter.
Personen oder Gruppen, die vom Projekt betroffen sind oder ein Interesse daran haben. Sie werden regelmässig informiert und ihre Erwartungen werden berücksichtigt.
Im agilen Projektmanagement, insbesondere bei Scrum, sind die Rollen dynamischer und fördern Selbstorganisation sowie enge Zusammenarbeit, um schnell auf Veränderungen reagieren zu können.
Definiert die Produktvision und maximiert den Wert des Produkts. Er ist verantwortlich für das Product Backlog und die Priorisierung der Anforderungen.
Ist der Prozess-Coach des Teams. Er sorgt dafür, dass Scrum-Prinzipien eingehalten werden, entfernt Hindernisse und fördert die Zusammenarbeit und kontinuierliche Verbesserung.
Das selbstorganisierende, funktionsübergreifende Team, das die Arbeit erledigt. Es ist für die Entwicklung, das Testen und die Lieferung des Produktinkrements verantwortlich.
Alle Personen und Gruppen, die ein Interesse am Produkt oder Projekt haben. Sie geben regelmässig Feedback, das in die Produktentwicklung einfliessen kann.
Im IT-Projektmanagement begegnen uns zwei fundamentale Ansätze: der klassische, planorientierte Ansatz und der agile, iterative Ansatz. Beide haben ihre Berechtigung und spezifischen Vorteile.
In dieser Einheit vergleichen wir die Kerninstrumente beider Welten: den Project Structure Plan (PSP) als Grundlage klassischer Projekte und die Kombination aus Product Backlog und Sprint Planning als Herzstück agiler Vorgehensweisen.
Detaillierte Vorabplanung, sequenzielle Phasen und feste Meilensteine.
Iterative Entwicklung, Flexibilität bei Anforderungen und kontinuierliche Lieferung.

Vollständige Vorab-Planung trifft auf inkrementelle Priorisierung – am selben Projektszenario erlebt.

Unterschied zwischen vollständiger Vorab-Planung (PSP) und inkrementeller Priorisierung (Backlog) am selben Projektszenario direkt erleben.
PSP Teil 1 + 2: 90 min | Backlog + Sprint Planning: 45 min
Moderationskarten, Metaplanwand, Marker, vorbereitete User Stories aus der Selbstlernphase
PSP + Backlog/Sprint Planning sind Studienleistung – Fotos der Metaplanwände werden nach dem Seminar eingereicht.
[ Arbeitspakete eintragen ]
[ Arbeitspakete eintragen ]
Fügt eure User Stories aus der Selbstlernphase hier ein. Priorisiert die Stories (z.B. nach dem MoSCoW-Prinzip oder als nummerierte Liste). Jede Story sollte eine Schätzung in Story Points erhalten ). Die Storypoints werden aber erst im Rahmen der Übungen zur Aufwandschätzung ergänzt.
Beispiel:
Wählt die Top-Stories aus eurem priorisierten Product Backlog für den ersten Sprint aus. Die Gesamtkapazität des Sprints beträgt 5 Story Points.
Definiert ein klares und fokussiertes Sprint Goal.
Stories für Sprint 1:
Sprint Goal: [Definiert hier das Ziel für Sprint 1]
Überlegt Euch, wann Ihr konzeptionelle und/oder technische Grundlagen des Backends (zu Grunde liegende Datenbank) umstzen müsst.

Erleben, wie unterschiedliche Schätzmethoden zu verschiedenen Ergebnissen und Diskussionen führen – und warum das gewollt ist.
Erleben, wie unterschiedliche Schätzmethoden zu verschiedenen Ergebnissen und Diskussionen führen – und warum das gewollt ist.
60 min (laut Agenda 14:45–15:45 Uhr)
Planning-Poker-Karten (oder Zettel mit Fibonacci-Zahlen), vorbereitete Arbeitspaket-Beschreibungen aus dem PSP
Schätzergebnisse aller drei Stufen sind Studienleistung – Dokumentation (Foto oder Tabelle) wird nach dem Seminar eingereicht.

Schätzung (20 min)
Arbeitspaket: Kick-off Meeting – Projekt ZEIT: Ergebnis dokumentieren.
Gesamt: __ PT
Planning Poker (20 min)
Das 2. Teammeeting (Kontext: das der PL und das Team sollen die PM-Methodik in diesem Meeting selber festlegen) soll per Planning Poker in Story Points geschätzt. Ein Storypoint ist gleich der Dauer des Kick off.
T-Shirt-Größen (10 min)
Alle verbleibenden Backlog-Items einteilen – Zeitlimit: 30 Sekunden pro Item.
Kriterien: Komplexität + Klarheit + Abhängigkeiten – nicht nur die Dauer allein.

Klassische Kommunikationspläne trifft auf Daily Standups und Sprint Reviews – strukturell verschiedene Kommunikation direkt erleben.
Erleben, wie Kommunikation im klassischen PM (Kommunikationsplan, formelle Berichte) und im agilen PM (Daily Standup, Sprint Review, direkte Kommunikation) strukturell verschieden ist.
75 min (Tag 1, 15:45–17:00 Uhr)
Rollenkarten (Herr Leiter, Frau Besserwich, Betriebsrat, Team PMP), Kommunikationsplan-Vorlage

Gruppe erstellt Kommunikationsplan für Projekt ZEIT: Wer bekommt welche Info, wann, in welchem Format?
Anschließend: Rollenspiel „Statusmeeting mit Herrn Leiter" (5 min).
Dieselbe Gruppe simuliert ein Sprint Review mit Herrn Leiter als Stakeholder. Das Team präsentiert den Prototyp der Eingabemaske, Herr Leiter gibt direktes Feedback.
Plenum: Was hat Herr Leiter in Akt 1 vs. Akt 2 erfahren? Was wurde verschwiegen? Was wurde sichtbar?

Zwei grundlegend verschiedene Philosophien: Risiken dokumentieren und planen – oder Risiken durch frühe Lieferung und Transparenz auflösen.
Verstehen, dass klassisches RM Risiken dokumentiert und plant, während agiles RM Risiken durch frühe Lieferung und Transparenz reduziert.
Klassisch: 90 min (Tag 2, 09:15–10:45 Uhr)
Agil-Input: 15 min
Risikomatrix-Vorlage, Moderationskarten in zwei Farben (Eintrittswahrscheinlichkeit / Auswirkung)
Risikomatrix, Top-Risiken und Maßnahmenplan sind Studienleistung – Foto der Metaplanwand + agiler Kontrast werden eingereicht.
Impulse für das Brainstorming: Stakeholder, Technik, Prozesse, Betriebsrat, Datenmigration. Für die Maßnahmenplanung gelten die vier Strategien: Vermeiden / Vermindern / Übertragen / Akzeptieren.
Risikowert = Eintrittswahrscheinlichkeit (%) × Auswirkung (1–4)
Minimum: 20 × 1 = 20 | Maximum: 80 × 4 = 320
Wie behandelt Scrum Risiken implizit?
Welche der identifizierten Top-3-Risiken würden sich durch agiles Vorgehen von selbst erledigen – und welche nicht?

Widerstand und fehlende Kooperation (Frage 03) – greifbares, reales Risiko
Single Point of Knowledge – Ausfall würde kritisches Wissen vernichten
Datenmigration wird zum Blindflug
Geringe Autorität, mögliche Prioritätswechsel
Präsenzseminar IT-Projektmanagement